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Rundschreiben 104

 

Der Bau der der Chelewani abc-Primary, unserer 10. abc-Schule, beginnt [mehr...]

 

Rundschreiben 103

 

Komplettierung des Tsogolo La Ana Schul-Zentrums mit der neuen Secondary in Mpemba [mehr...]

 

Rundschreiben 102

 

Kurzbericht 15. Malawi-Reise [mehr...]

 

Rundschreiben 101

 

Einweihung der 8. abc-Schule in Malawi [mehr...]

 

Rundschreiben 100

 

Primary, Preschool, Dalani Secondary, Chambala Primary und Chambala Secondary, der Erziehungsminister, Jean Ziegler und Fundstücke [mehr...]

 

Rundschreiben 99

 

Preschool, Dalani-Secondary, Ingenieure ohne Grenzen und 3. Bücherbörse [mehr...]

 

 

 

News-Archiv [mehr...]

 

Rundschreiben 82

 

Essen, den 25.11.08

Tausend Schülergrüße aus Malawi

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder,

 

more good news than bad news bringe ich Ihnen von meiner 5. Malawi-Reise mit. Die Chambala-Primary abc-Schule in Chikhosi ist sehr schön geworden – acht Klassenräume, ein Lehrerzimmer, ein Schulleiterzimmer ( Headmasters Office ), helle Räume, frische Farben – weiß-rot gestrichen, gut durchlüftet, brauchbare Möbel, Toilettenhäuschen für Mädchen und Jungen, Schulbücher, Stifte, Hefte und Schulmaterial für alle 8 Schuljahre - alles wie geplant und erhofft.
Nach dem Richtfest und der Übergabefeier am 19. Juni 08 ist die Schule im Norden, wie mit unserem Bauunternehmer vereinbart, Ende Juli – Anfang September fertig geworden. Schüler, Eltern und die Chiefs waren stolz, des Lobes voll und strahlten vor Freude.

 

Lediglich der Sockel der Schule und der Regenablauf ringsum müssen noch nachgebessert werden. Unser Partner, die Msangasanga Corporation, hatte zum Schluss kein Geld mehr dafür übrig, weil die Transportkosten für die vielen nicht geplanten Fuhren für die Backsteine von weit her viel höher als geplant waren. Deshalb fehlten noch 30 Säcke Zement, 2 Töpfe Teerfarbe, und ein paar Fuhren Sand.
Wir haben schnell noch 1 400 $ überwiesen, damit die Nachbesserung noch vor Beginn der Regenzeit im Dezember erledigt werden kann.

 

So weit so gut! Jetzt kommen bad news. Die acht Lehrerwohnungen - die vier Doppelhäuser - waren weit von der Fertigstellung entfernt. Die telefonischen Zwischenberichte waren vielversprechender. Gerade mal 3/8 sind fertig. Sie sollten Ende September-Anfang Oktober einzugsbereit sein! Schriftlich vereinbart war, dass wir die Materialien beschaffen, für einen bescheidenen Arbeitslohn und für Essen und Trinken während der Bauzeit sorgen. Die Einwohner wollten die Backsteine brennen, Bauarbeiten selbst durchführen.
Unser Helfer, John Saidi, sollte alles organisieren und beschaffen. Er bekam, wie verabredet, 1,4 Millionen Kwacha =10 600 $ in drei Raten. Es entstand aber das Gerücht wir hätten 3 Mio. Kwacha überwiesen. Daran wollten die Chiefs teilhaben und stellten prompt die Arbeit ein. Sie wollten mit J. Saidi nicht mehr zusammenarbeiten bis ich käme und alles klärte. Mr. Saidi hat alle notwendigen Materialien für die 8 Wohnungen beschafft, bezahlt, transportiert, belegt und von den Chiefs quittieren lassen.
Wie das Gerücht auch entstanden sein mag, ich habe großes Verständnis, wenn Arme, die viele hungrige Mäuler stopfen müssen, partizipieren wollen.

Jedenfalls stand ich vor dem Dilemma: Keine Lehrerhäuser - keine Lehrer, aber eine Schule für 300 erwartungsvolle Kinder und drei Voluntär- Lehrer. Die zugesagten weiteren 5 kommen nach der Examinierung im Januar zum neuen Schuljahr. Dann wird die Schule in die Obhut des Kultusministeriums (wichtig für die Gehälter der Lehrer) übernommen. Also habe ich die Chiefs in der brütenden Hitze vor den traurigen Rudimenten zusammengetrommelt, ihnen ins Gewissen geredet und vereinbart, dass wir noch zweimal 2 400 € an die sehr vertrauenswürdige Firma Msangasanga überweisen und diese die Beträge den Chiefs aushändigt. (1500 € hatte ich im Stillen ohnehin noch für nötig gehalten).
Die Chiefs haben hoch und heilig versprochen, dass sie ihre Leute sofort in Gang setzen und mit Volldampf arbeiten, so dass Ende Dezember 08 die Wohnungen 1-6 fertig werden und die Wohnungen 7 und 8 nach der Regenzeit Ende April.

 

Wenn man eine Reise tut, kann man was erzählen.

Die Arbeit an dem Brunnen in Chikhosi musste unser Bauunternehmen leider abbrechen. Es konnte mit seinen technischen Möglichkeiten, die Bohrung nicht auf 50 Meter Tiefe bringen. Stattdessen konnte ich aber eine Profi-Brunnen-Baufirma beauftragen. Der Brunnen wird laut Vertrag am 28.11. 08 fertig sein - zum gleichen Preis von 6 900 $. Der Brunnen in Mkumphira im Süden für die Windu Primary - abc – Schule war fertig und voll im Einsatz. Die Bohrtiefe dort 15 Meter. Der Group-Chief sagt, wenn am Ende der Regenzeit soviel Wasser aus der Pumpe kommt, haben wir das ganze Jahr über Wasser. Stellen Sie sich vor – 5000 Menschen der Umgebung haben jetzt einen (unseren) einzigen Brunnen. Fünftausend!


Ihn zu haben bedeutet ihnen viel. Das kühle Wasser ist sehr sauber. Ich habe es sofort probiert. Alle waren happy. Die vielen Kinder haben mich tanzend, singend und lachend empfangen. Sie haben extra ein Lied für die Spender - die Donors - der abc-Gesellschaft gemacht und mit Inbrunst geschmettert. Das Wort Donors kam darin immer wieder vor.

 

An der Schule, die wir ja am 18.6. eingeweiht hatten, war nichts auszusetzen, die Materialien., die Schulbücher im Einsatz, die Toilettenhäuschen in gutem Zustand. 6 von 8 Lehrerwohnungen – zwei Einzel- und zwei Doppelhäuser waren fertig und von dem Schulleiter und drei weiteren Lehrern bezogen. Die weiteren 4 Lehrer kommen im Januar. Bis dahin wird auch das letzte Doppelhaus fertig gebaut. Es stand im Rohbau. Ihnen war das Geld ausgegangen. Es fehlen noch 1 600 $. Das war eingeplant. Hier hatten die Bewohner toll gearbeitet und alles gut hingekriegt.


Zur Erinnerung, im Gegensatz zu den Schulen, die von der kleinen Baufirma gebaut wurden, werden die Lehrerhäuser in Eigenleistung erstellt. Sie backen auch hier die Steine selbst. Lediglich die Materialien und ein kleines Salär werden von uns bereitgestellt.

 

Also die Windu-Primary abc-Schule in Mkumphira ein rundum toller Erfolg!

Ins Schwimmen kam ich aber jedoch, als ich in das Lehrerzimmer sollte, um mich in das Gästebuch einzutragen. Dort warteten 8 Schüler, stellvertretend für über 300 ihrer Mitschüler, um mir ihre Bitten vorzutragen. Vor der Schule standen alle Kinder, viele Eltern und die Chiefs, drinnen sagte jedes Kind, sehr verschämt, händeringend, scheu seinen Wunsch auf:

 

„Ich heiße Mweda Odomo, bin in der 5.Klasse. Wir haben alle keine Schuhe. Können sie uns Schuhe kaufen?“
„Ich heiße…. Wir haben nur diese zerrissenen Kleider, die wir anhaben. Können Sie uns Kleider kaufen?“
„Viele Kinder haben nicht genug zu essen……!“
„ Können Sie uns Ziegen kaufen? Dann haben wir immer Milch.“
„Unsere Schreibhefte haben wir schon verbraucht…“

 

Ich war hilflos! Was sollte ich den Kindern sagen?
Von den Erwachsenen war ich schon immer Bittlisten gewöhnt. Ich konnte dann immer auf die Ziele der abc – Education – verweisen. Aber den Kindern gegenüber?!

 

Zum Schluss lud mich ein Lehrer stolz in seine neue Wohnung ein. Jede Wohnung hat 4 Räume, Sittingroom., Sleepingroom, Storeroom und Childrens-Sleepingroom. Er stellte mir seine Frau und seinen Sohn vor. Sie sind sehr glücklich. Zum ersten Mal in einem Steinhaus mit Türen und Fenstern, statt in einer Lehmhütte zu leben. Auch ein Prestigegewinn für die Lehrer. Hinter dem Haus hatten sie aus Stöcken und Strohgeflecht einen Zaun gebaut. In diesem Hof hatten sie eine Kochhütte und einen Hühnerstall aus Lehm mit Strohdächern geschaffen. Als ich Hahn und Hühner sah, war ich gerührt. Die Lehrer waren angekommen. Schüler und Eltern haben mir viele, viele Dankesgrüße an die Helfer und Spender mit auf den Weg gegeben.


Herzlichen Dank für ihre große Hilfe. Ohne Sie wäre all dies nicht möglich gewesen.

Ich wünsche Ihnen ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest und ein glückliches 2009!

Signatur Kuhn

F.-J. Kuhn

 

Übrigens, für die Sekundarschule habe ich schon ein Grundstück gefunden. Es wäre wunderbar, wenn wir damit den Kindern einen Anschluss für eine bessere berufliche Qualifizierung schaffen könnten.

 

[Anlage zum Rundschreiben 82:] Erfolgreiche Entwicklungshilfe [...]


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